Rennradtouren Alpen
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Peakbreak 2014

Peakbreak 2014 / Etappe 8 zum Nassfeld

Erfahrungsbericht vom Alpenmarathon für Jedermann.

Angefangen hat alles mit einem Gewinnspiel von Sportler…
…und da wurde gefragt, warum man z.B. beim Peakbreak Rennen teilnehmen will. Und da ich noch nie mehr als drei Tage am Stück geradelt bin und diese Gegend noch nicht kenne, habe ich aus einer Laune heraus mitgemacht. So habe ich einen Startplatz für mich und meinen Kollegen Danny gewonnen. Über den Veranstalter konnte man dann bequem die Unterkünfte für die Etappenorte buchen, was den Gepäcktransport mit einschließt. Und dann kam auch schon das erste Racebriefing in Tröpolach am 4.07.2014.

Hier einige Eindrücke vom Peakbreak 2014:

  1. Etappe Peakbreak 2014: 151 Kilometer / 3.400 Höhenmeter
    Tröpolach – Kötschach-Mauthen – Plöckenpass – Sutrio – Sella Falcada – Compeglians – Sella Ciampigotto – Auronzo di Cadore – Sant´ Antonio Pass (Passo San Antonio) – Kreuzbergpass (Passo Monte Croce di Comelico) – Sexten.Um 7.00 Uhr erfolgt der Start bei schönstem Wetter in Tröpolach. Angefeuert von einer Kölner Fangruppe vom sagenumwobenen Team Sauberland setzt sich das Feld in Bewegung. Einem Teilnehmer platzt direkt beim losrollen der Reifen. Gemütlich fahre ich am Ende des Feldes mit Danny das Flachstück bis Kötschach. Dieses Teilstück sowie den Anstieg zum Plöckenpass kenne ich noch vom Super Giro Dolomiti vor 4 Wochen. Im Gegensatz dazu ist der Pass diesmal nicht gesperrt und so geht es zusammen mit einigen Autos zur Passhöhe auf  1357m nach Friaul / Italien. Auf der anderen Seite schnell hinunter und bald kommt die erste Verpflegungsstation in Sutrio. Aber ausser mir bleibt da fast niemand stehen, das Rennfieber ist ausgebrochen.Die kurze Auffahrt zur Sella Falcada (958m) ist schnell geschafft. Inzwischen habe ich mich auch an die rosa Pfeilmarkierungen auf der Straße gewöhnt.
    In Comeglians beginnt zusammen mit dem starken Benotti Team Holger und Oliver sowie dem Belgier Geert der 30 Kilometer lange Anstieg über die Forcella Lavardet (1549m) zur Sella Ciampigotto (1790m). Kurz vor der Verpflegung an der Passhöhe überholt mit doch tatsächlich noch der Lüneburger Flachländer Björn. Gottseidank gibt es bei einem Alpenrennen auch noch Abfahrten und so kann ich bis Auronzo di Cadore wieder einiges an Zeit auf ihn gutmachen.Es folgt der vierte Anstieg zum Passo San Antonio (1489m), den ich schon von meinem Rennradführer Südtirol kenne. Nach einer kurzen Abfahrt bis Padola beginnt das große Finale zum Kreuzbergpass (1636m). Von hier heisst es dann nur noch entspannt abfahren bis zum Ziel nach Sexten in Südtirol.Mit 6:29:13 mehr als einer Stunde Rückstand auf den Führenden und Platz 25. Da habe ich das Niveau wohl etwas unterschätzt 😉
  2. Etappe Peakbreak 2014: 64 Kilometer / 2.100 Höhenmeter
    Sexten – Kreuzbergpass (Passo Monte Croce di Comelico) – Sant´ Antonio Pass (Passo San Antonio) – Auronzo di Cadore – Misurina – Auronzo Hütte (Tre Cime di Lavaredo).Start ist wieder um 7.00 Uhr in Sexten, um dem Ausflugsverkehr zu entgehen bzw. zu entradeln. Schnell versuche ich diesmal, mich an die Spitzengruppe heranzufahren. Am Kreuzbergpass (1636m) habe ich immer noch ca. 30 Fahrer vor mir, nach der Abfahrt in Padola 20. Beim kurzen Anstieg zum Passo San Antonio (in einigen Karten auch Passo del Zovo, 1489m) ist nicht viel zu holen, bei der schnellen Abfahrt nach Auronzo di Cadore schon eher.Bald hole ich den belgischen Pfeil Geert ein und schließe zum Senioren Weltmeister Günther aus Bayern auf. Zusammen schaffen wir den Anschluß zur Spitzengruppe. Erst kurz vor Misaurina wird das Tempo verschärft und das Finale beginnt. Die schöne 7 Kilometer lange steile Auffahrt zum Rifugio Auronzo (2320m) im Trentino beginnt. Oben gibt es eine schöne Bergankunft mit Musik und Verpflegung. Zurück nach Sexten führt ein Shuttleservice.Heute nur 19 Minuten Rückstand mit 2:54:48 auf Platz 18.
  3. Etappe Peakbreak 2014: 99 Kilometer / 1.600 Höhenmeter
    Sexten – Innichen – Sillian – Pustertaler Höhenstraße – Dölsach – Iselsbergpass – Großkirchheim.Das Rennen ist heute die ersten 35 Kilometer von Sexten über Innichen und Sillian in Ost-Tirol neutralisiert, weil Berufsverkehr herrscht und wir die Bundesstraße 100 queren müssen. Ausserdem hat eine Mure den Anfang der Pustertaler Höhenstraße unbefahrbar gemacht, weshalb wir erst in Abfaltersbach das Rennen und den Anstieg beginnen können. Es ist schon sehr heiss und die Straße ist sehr steil! Endlich hole ich mal Manuela ein, die immerhin deutsche Meisterin im Treppensteigen!!! und eine super Rennradfahrerin ist. Sie und die ganze Gruppe wird unterstützt von ihrem Freund Manni, der die gute Seele und Mädchen für alles bei der Rundfahrt ist.
    Ab dem zweiten Anstieg fahre ich wieder zusammen mit Günther, den ich auch bei der rasend schnellen Abfahrt nicht abschütteln kann. Vor Lienz biegen wir ab nach Tristach und über Nebenstraßen geht es weiter nach Dölsach. Dort beginnen wir in der Hitze den Anstieg zum Iselsbergpass (1204m). Immer in der Führung abwechselnd holen wir noch einige Fahrer ein bis zum Ziel in Großkirchheim.Platz 19 mit 3:27:23 und 16 Minuten auf den Sieger.
  4. Etappe Peakbreak 2014: 77 Kilometer / 1.800 Höhenmeter
    Großkirchheim – Großglockner Hochalpenstraße – Hochtor – Fuscher Thörl – Bruck/Glocknerstraße – Saalfelden.Heute geht es über das Dach der Tour. Leider muss mein Kollege Danny wegen Knie und Rückenbeschwerden aufgeben. Das Wetter passt dazu und mit leichtem Nieselregen verlassen wir Großkirchheim. Direkt nach Heiligenblut wird es dann schon ernst mit der Steigung auf der Großglockner Hochalpenstraße und wir ziehen die 15 Kilometer und 1200 Höhenmeter hinauf zum Hochtor (2504m). Nach dem Tunnel geht es kurz abwärts zur Fuscher Lacke (2262 m) und dann noch einmal aufwärts zum Fuscher Törl (2428 m). Und alles ohne Niederschlag und mit ein wenig Sonne bei 7 Grad.
    Jetzt sind wir im Salzburger Land und müssen ohne Markierungen auf dem Boden auskommen, die die Polizei verboten hat. Überhaupt werden wir mit versteckten Kameras, Zivilfahrzeugen und normalen Einsatzfahrzeugen besser als von der NSA überwacht.
    Mit Thomas aus Gera fahre ich erst die Abfahrt nach Bruck und dann die wunderschöne Strecke entlang am Zellersee. Das letzte Stück nach Saalfelden wird noch einmal leicht hügelig und dann ist Etappe 4 geschafft.In 3:00:27 Platz 15 mit 11 Minuten Rückstand.
  5. Etappe Peakbreak 2014 2014: 52 Kilometer / 1.200 Höhenmeter
    Saalfelden – Griessenpass – St. Johann – Kitzbüheler Horn.Griessenpass (971m).Das wird eine Regenetappe.  Sofort nach der Freigabe am Ortsausgang von Saalfelden bricht eine kleine Spitzengruppe aus. Da sich das Feld nicht einigt, fahre ich nur mit dem Schweizer HansJürg und dem Belgier Geert hinterher. Über den flachen Griessenpass (971m) wechseln wir uns perfekt in der Führungsarbeit ab. Trotzdem holen wir die Führenden erst in St. Johann in Tirol ein. Nach einer Verpflegungsstation beginnt der fast 8 Kilometer lange Anstieg mit 950 Höhenmetern. Der Deutsche-Jedermann-Meister Tom aus Köln greift gleich mal an. Im strömenden Regen geht es die teilweise 23% steilen Rampen hinauf. Hier wäre es sicher von Vorteil, wenn man die Strecke kennt. Auf 1970 Metern ist dann Schluß am berühmten Kitzbüheler Horn. Zurück geht es mit einem Shuttle.In 2:06:34 Platz 13 mit 10 Minuten Rückstand.
  6. Etappe Peakbreak 2014: 180 Kilometer / 3.000 Höhenmeter
    Saalfelden – Bruck an der Glocknerstraße – St. Johann/Pongau – Wagrainer Höhe – Altenmarkt – Obertauern – Tamsweg – Predlitz – Turracher Höhe – Reichenau – Bad Kleinkirchheim.An diesem Tag steht die längste Etappe an. Leider geht es wieder über 50 Kilometer neutralisiert von Saalfelden über Bruck bis St. Johann im Pongau. Wieder werden wir von der Salzburger Polizei drangsaliert und mit waghalsigen Manövern behindert. Der Kriteriumsspezialist Joern aus Berlin stürzt in dieser Rennphase mit Johann aus Österreich. Gottseidank können beide weiterfahren.
    Nach der ersten Verpflegungsstation geht die Hatz los über die Wagrainer Höhe (953m). In Altenmarkt biegt die Route dann ab hinauf nach Obertauern zum Radstädter Tauernpass (1738m). Bei der Abfahrt stelle ich meinen Geschwindigkeitsrekord mit 93 Stundenkilometern auf. Leider muss ich kurz an einer Baustellenampel halten. Aber zusammen mit Markus schliesse ich in Tamsweg auf Günther und Gernot auf. In dieser Vierergruppe schaffen wir auch wieder den Anschluß zur Hauptverfolgergruppe in Predlitz in der Steiermark, mit der wir zusammen den letzten Anstieg in Angriff nehmen. Nach der letzten Verpflegung in Turrach zerfällt die Gruppe und hinter 7 anderen Rennfahrern erreiche ich die Turracher Höhe (1793m). Die Abfahrt ist mit einem kurzen Stück über 20% sehr steil und am Ende habe ich wieder alle überholt. Da niemand führen will, bin ich bis Reichenau fast alleine im Wind. Jetzt nur noch ein kurzer Anstieg und dann geht es abwärts ins Ziel nach Bad Kleinkirchheim. Leider hat meine Gruppe keinen Stil und 50 Meter vor dem Ziel überholen mich alle. Wieder was gelernt.6:20:37 und Platz 16 mit 14 Minuten Rückstand.
  7. Etappe Peakbreak 2014: 56 Kilometer / 1290 Höhenmeter
    Bad Kleinkirchheim  – Villach  – Dobratsch (Villacher Alpenstrasse).Aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Österreich Rundfahrt musste die eigentlich geplante Runde über die Nockalmstrasse abgesagt werden. Stattdessen gibt es heute ein Bergzeitfahren. Neutralisiert fahren wir 41 Kilometer von Bad Kleinkirchheim bis nach Villach. Dort beginnt am Skisprungzentrum die Villacher Alpenstrasse mit 16 Kilometer und 1180 Höhenmeter. Der lange und aussichtsreiche Anstieg auf den Dobratsch (1732m) wird durch sechs kurze flache Stücke entschärft. Ungefähr 400 Meter vor dem Gipfel ist dann leider für uns Schluß, weil schon alles für die Österreich Rundfahrt hergerichtet wird.2:21:00 und Platz 18 mit 10 Minuten Rückstand.
  8. Etappe Peakbreak 2014: 113 Kilometer / 2.100 Höhenmeter
    Bad Kleinkirchheim – Puch – Bad Bleiberg – Thörl-Maglern – Tarvis – Pontebba – Nassfeldpass (Passo Pramolio).Die Schlußetappe: von Bad Kleinkirchheim fahren wir die ersten 25 Kilometer neutralisiert, bis es knackig hinauf nach Puch geht. Nach einer ebenfalls kurzen Abfahrt muss das Feld an einer Schranke halten. Nur Michael nutzt die Gunst der Stunde und flieht alleine. Die Strecke führt über Bad Bleiberg nach Thörl/ Maglern, wo wir die Grenze nach Italien überqueren.
    Ab Tarvis sind wir wieder mit der Spitzengruppe vereint. Günter und ich machen Tempo, können uns aber nicht absetzen alleine. In Pontebba gibt es die letzte Labestation und auch der letzte Anstieg zum Passo Pramolio beginnt. Den musste ich beim Super Giro Dolomiti in glühender Mittagshitze hochkämpfen. Heute sind die 13 Kilometer und 970 Höhenmeter schon angenehmer zu fahren. Oben am Nassfeldpass (1530m) ist es dann nicht nur für heute geschafft – der Peakbreak ist fertig 🙂3:55:07 und Platz 27 mit 18 Minuten Rückstand auf den Tagessieger.

Impressionen Alpenmarathon Peakbreak 2014:

Fazit: Das Niveau ist sehr hoch. Die Gewinner bei den Damen und Herren haben ein Jahr nur auf dieses Rennen hin trainiert. Die Organisation war im großen und ganzen auch sehr gut, vorallem das junge Team konnte begeistern. Nicht so fein waren die drei Shuttles und die schlechten Höhenprofile. Auch die GoogleMaps-Strecke auf der Homepage stimmt fast bei keiner Etappe. Insgesamt wurde ich mit 30:45:14 Stunden 23 und in meiner Altersklasse 13. Danke Sportler nochmal für dieses schöne Erlebnis.

Fakten Etappenrennen Peakbreak 2014:

  • ca. 799 Kilometer
  • ca. 17647 Höhenmeter
  • ca. 31 Stunden reine Fahrzeit

Video Peakbreak 2014 Etappen 1-5:

-> Download GPS Tracks Rennen Peakbreak (8 Etappen)

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