Rennradtouren Alpen
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Gran Fondo Giro d’Italia – Mortirolo 2015

GF Mortirolo

Die Königsetappe des Giro d’Italia 10 Tage später.

Zum ersten mal wurde dieses Jahr ein Gran Fondo auf den direkten Spuren des Giro d’Italia ausgetragen. Die Strecke ging über 175 Kilometer von Pinzolo (Trentino) nach Aprica (Lombardei). Über den Passo Campo Carlo Magno, Passo Tonale, Passo Aprica und Passo Mortirolo machten das insgesamt 4600 Höhenmeter.


Logistisch war das natürlich ein wenig schwieriger als andere Rennen, weil Start- und Zielpunkt so weit auseinander liegen. Ich entschied mich für die Variante mit der Übernachtung in Aprica, weil auch mein Kollege Keith dort mir 5 netten Freundinnen und Freunden war. Zusammen mit Sayuri, Keith und Oli machten wir den Gran Fondo machen, während Tanya, Sarah und Vicky den Media Fondo (100 Kilometer bis Aprica) angingen.
Der Nachteil: der zweieinhalbstündige Busshuttle startete schon um 4.30 Uhr morgens!!! Gottseidank waren die Rennräder planmäßig mit an Bord und so hatten wir um 7.00 uhr morgens noch Zeit für ein kleines Frühstück in Pinzolo.

Download GPS Track GF Giro d’Italia – Mortirolo 2015

Um 8.00 Uhr war dann pünktlich der Start und bei schönstem Wetter ging es die 14,5 Kilometer mit 885 Höhenmetern aufwärts auf den ersten Pass, den Passo Campo Carlo Magno (1681m). Den kannte ich schon von dieser Seite von meiner Brentaumrundung. Die Strategie war klar: nur nicht zu schnell starten.

Gran Fondo Giro d’Italia – Mortirolo 2015 / Brenta

Brenta

Die Abfahrt hinunter nach Dimaro war der reine Genuß, weil die Straße komplett gesperrt war. Schnell meine Jacke hinter einem Busch verstecken und weiter ging es. Zusammen mit Oli und Keith zogen wir aufwärts nach Mezzana, wo ich dann meinen eigenen Rhythmus fuhr.

Noch nie war die 27 Kilometer lange Strecke zum Passo Tonale (1882m) so angenehm, kein Vergleich zur Tour d’Ortles Solofahrt. Immer wieder fand ich kleine Grüppchen bis nach Fucine und war schon nach nicht einmal drei Stunden oben am Pass.

Gran Fondo Giro d’Italia – Mortirolo 2015 / Passo Tonale

Passo Tonale

Nach einem kurzem ersten Verpflegungsstopp fuhr ich abwärts nach Ponte di Legno und weiter nach Edolo. Alles bei viel Gegenwind und leider ohne Gruppe.

Hier startete der 14 Kilometer lange Anstieg nach Aprica mit 485 Höhenmetern. Das aber nicht wie normal üblich über die relativ flache Straße, sondern über die sogenannte Panoramica Umfahrung. Und die hat immerhin ein knackiges 11 Prozentiges Steilstück und einige Wellen drinnen. Da kommt bei der zweiten Runde sicher nochmal Spaß auf…

Gegen 12.20 Uhr überquerte ich den Passo dell’Aprica (1173m) dann zum erstenmal. Viele Fahrer waren nicht mehr unterwegs. Am Start hiess es noch insgesamt 600 Starter, zum Schluß waren es dann nicht einmal 400. Also rollte ich die ganze Strecke bis hinter Tirano ganz alleine. Die Strecke führte dann ein ganzes Stück am Radweg entlang des Adda-Fluß, wo mich endlich eine Vierergruppe einholte. Zusammen zogen wir bis nach Mazzo di Valtellina, dem Startpunkt des schärfsten Mortiroloanstiegs.

Gran Fondo Giro d’Italia – Mortirolo 2015 / Mazzo

Mazzo


33 ausgeschilderte Kehren warten auf den 12,8 Kilometern mit seinen 1289 Höhenmetern zum Passo del Mortirolo (1854m). Die durchschnittliche Steigung ist 10,1% und die Maximalsteigung ist sogar 18%! Kein Wunder, dass die Profis diesen Pass so fürchten. Und auch viele Rennteilnehmer mussten hier absteigen und schieben. Glücklicherweise war es heute nicht zu heiss und einige Streckenabschnitte lagen im Schatten. Nach etwas mehr als der Hälfte trifft man auf die Mortirolo-Auffahrt von Grósio . Daher wusste ich dann in etwa, das das schlimmste Überstanden war.

Auf der Mortirolo-Passhöhe gab es dann die letzte Verpflegungsstation und die letzte Abfahrt nach Monno wartete. Auf teilweise sehr schlechtem Asphalt mit Rollsplit ging es steil bis zum Abzweig auf die Hauptstraße nach Edolo hinunter. Nocheinmal die letzte Reserven für den finalen Anstieg sammeln. Und wieder war auf den letzten 10 Kilometern leider viel Gegenwind zu bewältigen. Macht nichts. Nach insgesamt 8 Stunden war ich am Ziel in Aprica.
Keith und Oli kamen eine knappe Stunde später an und auch Sayuri finished innerhalb der Sollzeit. Auch Tanya, Sarah und Vicky hatten einen Superradtag und viel Spaß.

Fazit:
Die Streckenwahl mit zweimal dem Passo dell’Aprica ist natürlich Geschmackssache, der Mortirolopass in einem Rennen nach einer solchen Distanz aber eine klare Ansage. Der Sieger brauchte übrigens zwei Stunden weniger und der Südtiroler Werner Weiss landete auf Platz 5 mit nur 13 Minuten Rückstand. Mal sehen, wie kurz die Giro d’Italia Profis am 26.05.2015 brauchen.

Die Gran Fondo Giro d’Italia – Mortirolo Strecke:
Pinzolo – Campo Carlo Magno (1681) – Folgarida – Dimaro – Mezzana – Vermiglio – Passo del Tonale (1882) – Ponte di Legno – Vezza D’Oglio – Edolo – Corteno Golgi – Passo dell’Aprica (1173) – Stazzona – Tirano – Mazzo di Valtellina – Passo del Mortirolo (1854) – Monno – Edolo – Passo dell’Aprica (1173).

Impressionen Gran Fondo Giro d’Italia – Mortirolo 2015:

Fakten Rennradtour Trentino / Lombardei:

  • ca. 175 Kilometer
  • ca. 4600 Höhenmeter
  • ca. 8 Stunden reine Fahrzeit

Karte Passo Campo Carlo Magno – Passo Tonale – Passo Aprica – Passo Mortirolo:

4 Kommentare

  1. great to read! it was a pleasure riding with you, Gigi! see you next time.

  2. george and arno sagt

    Hey gigi, really good report….we are proud to have a friend like you with such a fitness at that age. You are our hero!!!!
    Die Hesse di sind schwervebresche, denn sie klaue aschebesche 🙂

    Greatings from your bike-fans
    Arno & george

  3. Pingback: Rückblick 2015rennradler.it | rennradler.it

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